Meisterwerke beim Frühjahrskonzert


Anspruchsvolles Programm bei der Stadtkapelle
(aus dem Landsberger Tagblatt vom 22.05.06)       

"Meisterwerke" war das Frühjahrskonzert der Stadtkapelle Landsberg betitelt. Im Theatersaal der Freien Waldorfschule wurden diese meisterlich von den Musikern dargeboten. Die Zahl der Zuhörer blieb dabei ein wenig hinter den Erwartungen zurück, nicht alle Plätze im Saal waren besetzt.

Woran das lag, ist schwer zu sagen. Das Wetter konnte bestimmt nicht daran schuld sein, denn der stürmische Frühlingstag war geradezu prädestiniert für einen Konzertbesuch. Vielleicht hielt ja der mit 19 Uhr relativ früh angesetzte Termin den einen oder anderen Musikliebhaber zurück. Die Stadtkapelle jedenfalls präsentierte sich unter ihrem Leiter Fabian Schmidt ein weiteres Mal bestens vorbereitet und topfit. Die große Bühne bot den passenden, den geradezu idealen Rahmen für den Klangkörper. Zudem malte die einfallende Sonne mit ihren Licht- und Schattenspielen ein romantisches Bild an die rückwärtige Wand, mit sich taktvoll im Wind wiegenden Bäumen und Sträuchern.

Das Konzertprogramm, durch das Antigoni Triantafillou aus den Reihen des Orchesters führte, machte seinem Titel alle Ehre. Traditionelle, beliebte Meisterwerke wie „Einzug der Gladiatoren“ von Julius Fucik fanden sich ebenso darunter wie Kompositionen, die durch ihre Neuartigkeit im Stil entscheidend Einfluss nahmen auf die Entwicklung der Blasmusik sowie Werke, die aufgrund ihrer Klasse irgendwann wohl als meisterlich gelten werden.
„Journey into Diablo Canyon“ von David Shaffer und „Pilatus – Mountain of Dragons“ von Steven Reineke sind sicherlich letzterer Kategorie zuzurechnen. Gerade die Tondichtung über den schweizerischen Drachenberg Pilatus ist ein ganzes Epos mit Lautmalereien, von den Musikern um Fabian Schmidt eindrucksvoll instrumental erzählt. Johan de Meij und Gustav Holst haben mit ihren Kompositionen entscheidend zur Weiterentwicklung der Blasmusik beigetragen.
Vor allem Holsts Suiten änderten manches im Stil, der Komponist ließ, wie bei der aufgeführten Nr. 2, tänzerische Elemente sowie Volksweisen aus aller Welt einfließen. Meisterlich und damit auch nach dem Motto des Konzerts spielte die junge Französin Claire Sirjacobs den Oboenpart der „Variationen über ein Thema von Glinka“ von Rimsky-Korsakov. Nicht zuletzt bewies Fabian Schmidt als tanzend dirigierender Karibe, dass er auch Meister heiteren Humors ist.
Der 1. Geschäftsführer Alexander Bräuer konnte Daniela Wolf aus den Reihen der Stadtkapelle ehren. Sie hat erst jüngst mit ihrer Querflöte das Silberne und das Goldene Leistungsabzeichen an einem Tag errungen und wurde dafür mit einer kleinen goldenen Ansteckflöte belohnt.                                                                      Fotos

Beklagen musste Fabian Schmidt den Tod eines Musikers, der 56 Jahre lang Mitglied der Stadtkapelle war. Piccolospieler Gottfried Merkt war erst vor ein paar Tagen 65-jährig gestorben und zum Zeitpunkt des Konzerts noch nicht beerdigt.

Die nächsten, längst zur lieben Tradition gewordenen Serenaden der Stadtkapelle Landsberg sind am 11. Juni sowie am 2. und 30. Juli. Beginn am Georg-Hellmair-Platz ist jeweils um 19.45 Uhr.
 

Meisterwerke meisterlich präsentiert:
Die Stadtkapelle konnte beim Frühjahrskonzert ihr Publikum in der Waldorfschule mit Qualität überzeugen.